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Eis für die Ewigkeit der Hitze. Koloniales Konsumbegehren, indische Hafenstädte und ein amerikanisches Produkt das eine Welt veränderte
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- Nombre de pages147
- FormatePub
- ISBN978-3-565-60431-9
- EAN9783565604319
- Date de parution31/07/2026
- Protection num.pas de protection
- Taille1 Mo
- Infos supplémentairesepub
- ÉditeurEmphaloz Publishing House
Résumé
Als im Jahr 1833 das erste Schiff mit neuenglischem Natureis im Hafen von Kalkutta einlief, stand eine Menge britischer Kolonialbeamter am Kai - nicht aus Neugier, sondern aus Durst nach dem, was ihnen ein erträglicheres Leben in der Tropen versprach. Eis war in Britisch-Indien kein Luxus im abstrakten Sinne. Es war ein Mittel zur Aufrechterhaltung sozialer Distanz, ein Symbol europäischer Zivilisationsansprüche inmitten eines Klimas, das den Körper des Kolonisators täglich in Frage stellte.
Zeitungsanzeigen aus Kalkuttas englischsprachiger Presse der 1830er und 1840er Jahre bewerben Eislieferungen mit denselben Argumenten, die man heute in Lifestyle-Magazinen finden würde: Frische, Gesundheit, Kultiviertheit. Was diese Annoncen verschweigen, ist bezeichnend. Die Arbeiter, die das Eis entluden, erhielten keinen Anteil am gekühlten Wohlstand. Die indischen Händler, die Tudor-Lieferungen weiterverkauften, agierten unter einem Lizenzregime, das lokale Konkurrenz strukturell ausschloss.
Die Logistik des amerikanischen Eishandels war global - seine Früchte waren es nicht. Dieser Band untersucht den transatlantischen Eishandel nicht als Unternehmergeschichte, sondern als Materialgeschichte des kolonialen Komforts: wie ein Naturprodukt aus Massachusetts zum Index europäischer Überlegenheitsvorstellungen in Asien wurde, wie Hafeninstitutionen und Handelsnetzwerke Kalte Ware in gesellschaftliche Hierarchien verwandelten, und was diese Transformation über die Struktur kolonialer Konsumgesellschaften verrät.
Zeitungsanzeigen aus Kalkuttas englischsprachiger Presse der 1830er und 1840er Jahre bewerben Eislieferungen mit denselben Argumenten, die man heute in Lifestyle-Magazinen finden würde: Frische, Gesundheit, Kultiviertheit. Was diese Annoncen verschweigen, ist bezeichnend. Die Arbeiter, die das Eis entluden, erhielten keinen Anteil am gekühlten Wohlstand. Die indischen Händler, die Tudor-Lieferungen weiterverkauften, agierten unter einem Lizenzregime, das lokale Konkurrenz strukturell ausschloss.
Die Logistik des amerikanischen Eishandels war global - seine Früchte waren es nicht. Dieser Band untersucht den transatlantischen Eishandel nicht als Unternehmergeschichte, sondern als Materialgeschichte des kolonialen Komforts: wie ein Naturprodukt aus Massachusetts zum Index europäischer Überlegenheitsvorstellungen in Asien wurde, wie Hafeninstitutionen und Handelsnetzwerke Kalte Ware in gesellschaftliche Hierarchien verwandelten, und was diese Transformation über die Struktur kolonialer Konsumgesellschaften verrät.














