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Nouveauté
Zwischen Prophezeiung und Klasse. Jüdisches Denken, europäische Linke und der Riss einer modernen Utopie
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- Nombre de pages515
- FormatePub
- ISBN978-3-565-63424-8
- EAN9783565634248
- Date de parution11/08/2026
- Protection num.pas de protection
- Taille1 Mo
- Infos supplémentairesepub
- ÉditeurEmphaloz Publishing House
Résumé
Es gibt Epochen, in denen eine Minderheit nicht am Rand der Geschichte steht, sondern an ihrem Ursprung. Das neunzehnte Jahrhundert in Europa war eine solche Epoche für das jüdische intellektuelle Leben - nicht weil es harmonisch verlief, sondern weil sein innerer Widerspruch zum Motor einer ganzen Zivilisationsidee wurde. Die Auseinandersetzung mit sozialer Gerechtigkeit, die viele dieser Denker prägten, war keine Abkehr von ihrer Herkunft.
Sie war deren Übertragung - eine Säkularisierung prophetischer Ethik in die Sprache des industriellen Zeitalters. Die Verbindung zwischen jüdischer Gerechtigkeitstheologie und dem Aufstieg der europäischen Arbeiterbewegung ist keine historische Koinzidenz. Ferdinand Lassalle formulierte die organisierte Arbeiterpolitik aus einer Erfahrung von Ausgrenzung heraus, die zutiefst strukturell war. Rosa Luxemburgs Internationalismus trug die innere Logik einer Gemeinschaft, die sich in keinem Nationalstaat vollständig aufgehoben fand.
Der Allgemeine Jüdische Arbeiterbund schuf in den östlichen Städten Europas eine politische Infrastruktur, die Klassenbewusstsein und kulturelle Kohäsion als untrennbar verstand. Diese Bewegungen operierten nicht parallel - sie konstituierten gemeinsam eine neue Sprache des politischen Protests. Doch innerhalb dieser Tradition öffnete sich früh ein tiefer Riss.
Sie war deren Übertragung - eine Säkularisierung prophetischer Ethik in die Sprache des industriellen Zeitalters. Die Verbindung zwischen jüdischer Gerechtigkeitstheologie und dem Aufstieg der europäischen Arbeiterbewegung ist keine historische Koinzidenz. Ferdinand Lassalle formulierte die organisierte Arbeiterpolitik aus einer Erfahrung von Ausgrenzung heraus, die zutiefst strukturell war. Rosa Luxemburgs Internationalismus trug die innere Logik einer Gemeinschaft, die sich in keinem Nationalstaat vollständig aufgehoben fand.
Der Allgemeine Jüdische Arbeiterbund schuf in den östlichen Städten Europas eine politische Infrastruktur, die Klassenbewusstsein und kulturelle Kohäsion als untrennbar verstand. Diese Bewegungen operierten nicht parallel - sie konstituierten gemeinsam eine neue Sprache des politischen Protests. Doch innerhalb dieser Tradition öffnete sich früh ein tiefer Riss.






















