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Nouveauté
Sprache als Grenze. Nationalstandardisierung, globale Sprachmacht und das stille Verschwinden kultureller Welten
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- Nombre de pages499
- FormatePub
- ISBN978-3-565-63405-7
- EAN9783565634057
- Date de parution11/08/2026
- Protection num.pas de protection
- Taille1 Mo
- Infos supplémentairesepub
- ÉditeurEmphaloz Publishing House
Résumé
Jedes politische System produziert eine Sprache - und darin auch eine Hierarchie des Schweigens. Die Entscheidung eines Staates, eine einzige Nationalsprache zur institutionellen Norm zu erheben, ist selten eine neutrale Verwaltungsmaßnahme. Sie ist ein Akt der politischen Raumgestaltung: Sie bestimmt, welche Gemeinschaften in Schulen, Gerichten und Öffentlichkeit sichtbar bleiben - und welche lernen müssen, sich in einer fremden Zunge zu behaupten, um überhaupt gehört zu werden.
In postkolonialen Gesellschaften hat dieser Prozess häufig dort weitergewirkt, wo formale Unabhängigkeit ihn eigentlich hätte beenden sollen - eingeschrieben in Lehrpläne, Rundfunkgesetze und staatliche Identitätspolitik. Die globale Ökonomie der Sprache folgt einer eigenen strukturellen Logik. Die Dominanz bestimmter Weltsprachen in wissenschaftlicher Publikation, digitaler Plattformarchitektur und internationalem Arbeitsmarkt ist kein zufälliges Ergebnis kommunikativer Überlegenheit.
Sie ist das akkumulierte Ergebnis kolonialer Infrastruktur, geopolitischer Kulturpolitik und wirtschaftlicher Interessenlagen - eine Ordnung, in der Forschende, die nicht auf Englisch publizieren, nicht primär an Qualität, sondern an Zugangssystemen scheitern. Diese Asymmetrie formt nicht nur Karrierewege, sondern bestimmt, welche Wissenssysteme als universell gelten dürfen. Die anthropologische Dokumentation der letzten drei Jahrzehnte zeichnet ein Bild ohne historisches Vorbild.
In postkolonialen Gesellschaften hat dieser Prozess häufig dort weitergewirkt, wo formale Unabhängigkeit ihn eigentlich hätte beenden sollen - eingeschrieben in Lehrpläne, Rundfunkgesetze und staatliche Identitätspolitik. Die globale Ökonomie der Sprache folgt einer eigenen strukturellen Logik. Die Dominanz bestimmter Weltsprachen in wissenschaftlicher Publikation, digitaler Plattformarchitektur und internationalem Arbeitsmarkt ist kein zufälliges Ergebnis kommunikativer Überlegenheit.
Sie ist das akkumulierte Ergebnis kolonialer Infrastruktur, geopolitischer Kulturpolitik und wirtschaftlicher Interessenlagen - eine Ordnung, in der Forschende, die nicht auf Englisch publizieren, nicht primär an Qualität, sondern an Zugangssystemen scheitern. Diese Asymmetrie formt nicht nur Karrierewege, sondern bestimmt, welche Wissenssysteme als universell gelten dürfen. Die anthropologische Dokumentation der letzten drei Jahrzehnte zeichnet ein Bild ohne historisches Vorbild.






















