Sie schreibt über historische Lektionen, praktisches Denken im Geschäftsleben und persönliches Wachstum in einem prägnanten und fundierten Stil.
Nouveauté
Gestank als Staatsversagen. Viktorianische Stadtplanung, kollektives Elend und wie eine Flusskrise Europas Infrastrukturpolitik veränderte
Par :Formats :
Disponible dans votre compte client Decitre ou Furet du Nord dès validation de votre commande. Le format ePub est :
- Compatible avec une lecture sur My Vivlio (smartphone, tablette, ordinateur)
- Compatible avec une lecture sur liseuses Vivlio
- Pour les liseuses autres que Vivlio, vous devez utiliser le logiciel Adobe Digital Edition. Non compatible avec la lecture sur les liseuses Kindle, Remarkable et Sony
, qui est-ce ?Notre partenaire de plateforme de lecture numérique où vous retrouverez l'ensemble de vos ebooks gratuitement
Pour en savoir plus sur nos ebooks, consultez notre aide en ligne ici
- Nombre de pages148
- FormatePub
- ISBN978-3-565-60437-1
- EAN9783565604371
- Date de parution31/07/2026
- Protection num.pas de protection
- Taille947 Ko
- Infos supplémentairesepub
- ÉditeurEmphaloz Publishing House
Résumé
London im Sommer 1858: Das Parlament tagte hinter mit Chlorkalklösung getränkten Vorhängen, während die Themse - einst Lebensader einer Weltmacht - zur offenen Kloake einer Stadt von über zwei Millionen Menschen geworden war. Nicht ein Krieg, nicht eine Revolution, sondern der Gestank menschlicher Fäkalien zwang das mächtigste Parlament der Welt zur Kapitulation.
Was der Great Stink enthüllte, war kein bloßes Hygieneproblem.
Es war das strukturelle Versagen eines Stadtstaates, der das Bevölkerungswachstum der Industrialisierung nie als politische Verantwortung begriffen hatte. Die Armen lebten dicht gedrängt in Mietskasernen ohne Wasseranschluss. Die Themse transportierte gleichzeitig Trinkwasser und menschliche Abwässer. Cholera tötete schubweise - 1832, 1848, 1854 - und doch blieb die politische Reaktion auf lokale Zuständigkeitsfragen stecken.
Die sanitäre Katastrophe war nicht das Ergebnis von Unwissenheit, sondern von institutioneller Gleichgültigkeit gegenüber jenen, die keine politische Stimme besaßen. Joseph Bazalgettes Kanalisation rettete nicht nur Leben - sie formte das Selbstverständnis moderner europäischer Städte neu. Das Recht auf sauberes Wasser, auf unsichtbare Infrastruktur als staatliche Pflicht, auf städtischen Raum als kollektives Gut: Diese Ideen, heute selbstverständlich, waren 1858 revolutionär.
Europäische Städte wie Hamburg, Berlin und Wien beobachteten Londons Krise aufmerksam und zogen ihre eigenen Konsequenzen - oft erst nach eigenen Katastrophen.
Es war das strukturelle Versagen eines Stadtstaates, der das Bevölkerungswachstum der Industrialisierung nie als politische Verantwortung begriffen hatte. Die Armen lebten dicht gedrängt in Mietskasernen ohne Wasseranschluss. Die Themse transportierte gleichzeitig Trinkwasser und menschliche Abwässer. Cholera tötete schubweise - 1832, 1848, 1854 - und doch blieb die politische Reaktion auf lokale Zuständigkeitsfragen stecken.
Die sanitäre Katastrophe war nicht das Ergebnis von Unwissenheit, sondern von institutioneller Gleichgültigkeit gegenüber jenen, die keine politische Stimme besaßen. Joseph Bazalgettes Kanalisation rettete nicht nur Leben - sie formte das Selbstverständnis moderner europäischer Städte neu. Das Recht auf sauberes Wasser, auf unsichtbare Infrastruktur als staatliche Pflicht, auf städtischen Raum als kollektives Gut: Diese Ideen, heute selbstverständlich, waren 1858 revolutionär.
Europäische Städte wie Hamburg, Berlin und Wien beobachteten Londons Krise aufmerksam und zogen ihre eigenen Konsequenzen - oft erst nach eigenen Katastrophen.






















