Der Kanal hatte kein Mitleid mit dem Licht. Die Laterne am Schleusenhaus warf einen gelben Kreis auf das Wasser, und das Wasser warf ihn zurück, gebrochen und sinnlos, ein Reflex ohne Bedeutung. Gerhard Witt stand im Schatten, drei Meter zurück vom Geländer, und beobachtete das Schiff.
Es hieß auf dem Papier »Theodora K.« , Heimathafen Duisburg, Schüttgut und Papierrollen laut Manifest. Es war nicht das erste Mal, dass er es sah.
Es war das dritte Mal in diesem Winter, immer nachts, immer zwischen halb vier und vier, immer mit denselben zwei Männern an Deck, die nicht rauchten und nicht sprachen und sich nie umsahen. Männer, die wussten, dass niemand zuschaut, schauen sich nie um.
Witt zog das Notizbuch aus der Jackentasche. Er trug seit achtzehn Monaten ein Notizbuch. Seine Frau hielt das für eine Marotte. Er hatte ihr nichts erklärt, und er würde ihr nichts erklären, und das war eine der Entscheidungen, die er in der Rückschau als Fehler bezeichnen würde - falls er jemals Rückschau halten würde.
Er schrieb die Kennnummer auf.
Die Uhrzeit. Das Niedrigwasser. Er wollte noch das Laderaumgewicht schätzen, als er das Geräusch hörte. Kein Geräusch. Eine Abwesenheit. Das Dieselaggregat der »Theodora K.« lief auf einmal nicht mehr.
Witt blieb stehen.
Das Schiff trieb lautlos. Die Männer an Deck bewegten sich nicht. Und dann, ganz langsam, drehte sich einer der beiden um - und sah ihn an.
Später, viel später, würden Leute sagen, dass Gerhard Witt vom Steg gefallen war.
Dass es dunkel gewesen war. Dass es ein Unfall war, wie es Unfälle am Kanal immer schon gegeben hatte.
Das Notizbuch fanden sie nicht.
Der Kanal hatte kein Mitleid mit dem Licht. Die Laterne am Schleusenhaus warf einen gelben Kreis auf das Wasser, und das Wasser warf ihn zurück, gebrochen und sinnlos, ein Reflex ohne Bedeutung. Gerhard Witt stand im Schatten, drei Meter zurück vom Geländer, und beobachtete das Schiff.
Es hieß auf dem Papier »Theodora K.« , Heimathafen Duisburg, Schüttgut und Papierrollen laut Manifest. Es war nicht das erste Mal, dass er es sah.
Es war das dritte Mal in diesem Winter, immer nachts, immer zwischen halb vier und vier, immer mit denselben zwei Männern an Deck, die nicht rauchten und nicht sprachen und sich nie umsahen. Männer, die wussten, dass niemand zuschaut, schauen sich nie um.
Witt zog das Notizbuch aus der Jackentasche. Er trug seit achtzehn Monaten ein Notizbuch. Seine Frau hielt das für eine Marotte. Er hatte ihr nichts erklärt, und er würde ihr nichts erklären, und das war eine der Entscheidungen, die er in der Rückschau als Fehler bezeichnen würde - falls er jemals Rückschau halten würde.
Er schrieb die Kennnummer auf.
Die Uhrzeit. Das Niedrigwasser. Er wollte noch das Laderaumgewicht schätzen, als er das Geräusch hörte. Kein Geräusch. Eine Abwesenheit. Das Dieselaggregat der »Theodora K.« lief auf einmal nicht mehr.
Witt blieb stehen.
Das Schiff trieb lautlos. Die Männer an Deck bewegten sich nicht. Und dann, ganz langsam, drehte sich einer der beiden um - und sah ihn an.
Später, viel später, würden Leute sagen, dass Gerhard Witt vom Steg gefallen war.
Dass es dunkel gewesen war. Dass es ein Unfall war, wie es Unfälle am Kanal immer schon gegeben hatte.
Das Notizbuch fanden sie nicht.