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Gelbe Früchte auf gebrochenem Boden. Plantagenwirtschaft, Staatszerfall und das Schweigen der mittelamerikanischen Bevölkerung nach 1900
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- Nombre de pages151
- FormatePub
- ISBN978-3-565-60435-7
- EAN9783565604357
- Date de parution31/07/2026
- Protection num.pas de protection
- Taille1015 Ko
- Infos supplémentairesepub
- ÉditeurEmphaloz Publishing House
Résumé
In den Bananenfeldern Guatemalas und Honduras' entstand eine Wirtschaftsordnung, die weder Markt noch Kolonialstaat war - sondern eine dritte Kategorie: das korporative Territorium, in dem der Konzern Gesetz ersetzte, Infrastruktur besaß und Lohnarbeit durch Schuldknechtschaft regulierte. Was die Bevölkerung erlebte, wird heute noch kaum erinnert.
Die United Fruit Company schuf zwischen 1900 und den 1950er Jahren ein System, das auf struktureller Abhängigkeit beruhte: Monokulturen zerstörten die Subsistenzlandwirtschaft, Eisenbahnlinien erschlossen kein nationales Netz, sondern dienten ausschließlich dem Export.
In Guatemala City, Tegucigalpa und San José wuchs eine politische Klasse heran, deren Legitimität nicht aus dem Wahlrecht, sondern aus der Bereitschaft entstand, Konzerninteressen gegenüber ausländischen Botschaften zu vertreten. Als 1954 der demokratisch gewählte Präsident Jacobo Árbenz entmachtet wurde, verloren nicht nur er und seine Regierung - es verloren Generationen bäuerlicher Gemeinschaften ihre einzige Chance auf Landreform.
Was in mittelamerikanischen Geschichtsbüchern als politische Krise erscheint, war in Wirklichkeit eine wirtschaftliche Entscheidung: Die United Fruit Company hatte Washington informiert, Árbenz sei eine Bedrohung. Die Konsequenzen dieser Lüge dauern bis heute an - in Landverteilung, Armutsgefälle und kollektivem Misstrauen gegenüber staatlichen Institutionen. Dieses Buch untersucht, wie Wirtschaftsimperialismus ohne formale Kolonialherrschaft möglich war - und welches Erbe er in Körpern, Böden und Erinnerungen hinterließ. Für europäische Leser erschließt dieses Werk ein Kapitel Globalgeschichte, das in kanonischen Darstellungen des 20.
Jahrhunderts systematisch unterrepräsentiert bleibt.
In Guatemala City, Tegucigalpa und San José wuchs eine politische Klasse heran, deren Legitimität nicht aus dem Wahlrecht, sondern aus der Bereitschaft entstand, Konzerninteressen gegenüber ausländischen Botschaften zu vertreten. Als 1954 der demokratisch gewählte Präsident Jacobo Árbenz entmachtet wurde, verloren nicht nur er und seine Regierung - es verloren Generationen bäuerlicher Gemeinschaften ihre einzige Chance auf Landreform.
Was in mittelamerikanischen Geschichtsbüchern als politische Krise erscheint, war in Wirklichkeit eine wirtschaftliche Entscheidung: Die United Fruit Company hatte Washington informiert, Árbenz sei eine Bedrohung. Die Konsequenzen dieser Lüge dauern bis heute an - in Landverteilung, Armutsgefälle und kollektivem Misstrauen gegenüber staatlichen Institutionen. Dieses Buch untersucht, wie Wirtschaftsimperialismus ohne formale Kolonialherrschaft möglich war - und welches Erbe er in Körpern, Böden und Erinnerungen hinterließ. Für europäische Leser erschließt dieses Werk ein Kapitel Globalgeschichte, das in kanonischen Darstellungen des 20.
Jahrhunderts systematisch unterrepräsentiert bleibt.











