Nouveauté
Mensch als Ware. Zwang, Recht und das Schweigen der Versklavten im Herzen des römischen Imperiums
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- Nombre de pages533
- FormatePub
- ISBN978-3-565-63390-6
- EAN9783565633906
- Date de parution11/08/2026
- Protection num.pas de protection
- Taille1 Mo
- Infos supplémentairesepub
- ÉditeurEmphaloz Publishing House
Résumé
Ein Imperium muss seinen eigenen Widerspruch nicht lösen - es muss ihn nur verwalten. Rom sprach von Ordnung, Gesetz und zivilisatorischem Fortschritt, während es gleichzeitig ein System perfektionierte, das Menschen zu handelbaren Einheiten erklärte. Dieser Widerspruch war kein moralisches Versehen. Er war der Kern des Systems. Der versklavte Mensch im römischen Recht existierte in einem juristischen Zwischenraum: Er war kein bloßes Objekt und doch keine Person.
Das Corpus Iuris Civilis des späteren Rom und die Praxis der Manumission belegen, wie präzise diese Ambivalenz kodifiziert wurde. Freilassung war nicht Gnade - sie war ein regulierter Übergang, kalkuliert, um Loyalität zu erzeugen, ohne Herrschaft aufzugeben. Der Libertus blieb dem Patron durch ein Netz rechtlicher Verpflichtungen verbunden, das Freiheit als graduelles Privileg, nicht als unveräußerliches Recht definierte.
Diese rechtliche Architektur war eine der nachhaltigsten Konstruktionen Roms - und eine der wirkungsmächtigsten Vorläufer späterer Herrschaftssprachen. Doch das System ruhte auf einer sozialen Spannung, die sich nicht vollständig domestizieren ließ. Die Servilen Kriege - insbesondere der Aufstand unter Spartakus zwischen 73 und 71 v. Chr. - waren kein Ausdruck primitiven Widerstands. Sie waren politische Handlungen von Menschen, die die Logik ihrer eigenen Unterwerfung durchschauten.
Roms Antwort offenbarte das Zentrum seiner Herrschaftsphilosophie: nicht Abschaffung, sondern Verfeinerung.
Das Corpus Iuris Civilis des späteren Rom und die Praxis der Manumission belegen, wie präzise diese Ambivalenz kodifiziert wurde. Freilassung war nicht Gnade - sie war ein regulierter Übergang, kalkuliert, um Loyalität zu erzeugen, ohne Herrschaft aufzugeben. Der Libertus blieb dem Patron durch ein Netz rechtlicher Verpflichtungen verbunden, das Freiheit als graduelles Privileg, nicht als unveräußerliches Recht definierte.
Diese rechtliche Architektur war eine der nachhaltigsten Konstruktionen Roms - und eine der wirkungsmächtigsten Vorläufer späterer Herrschaftssprachen. Doch das System ruhte auf einer sozialen Spannung, die sich nicht vollständig domestizieren ließ. Die Servilen Kriege - insbesondere der Aufstand unter Spartakus zwischen 73 und 71 v. Chr. - waren kein Ausdruck primitiven Widerstands. Sie waren politische Handlungen von Menschen, die die Logik ihrer eigenen Unterwerfung durchschauten.
Roms Antwort offenbarte das Zentrum seiner Herrschaftsphilosophie: nicht Abschaffung, sondern Verfeinerung.












