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Wolkentragende Verse- Kursive Gedichte. R.F. Güzel- Lyrikreihe, #366

Par : Roh Nordic AB, Ramazan Faruk Güzel
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  • FormatePub
  • ISBN8235683655
  • EAN9798235683655
  • Date de parution22/06/2026
  • Protection num.Adobe DRM
  • Infos supplémentairesepub
  • ÉditeurIoakim Ioakim

Résumé

Dieses Buch ist nicht bloß eine Sammlung von Gedichten. Es ist die Aufzeichnung einer Stimme, die aus der Jugend in die Reife hinübergetragen wurde, und zugleich die Begegnung eines Menschen mit den Worten, die er einst seinem eigenen inneren Himmel anvertraut hat. Auf den ersten Blick scheint Von Wolken getragene Verse aus alten Heften aufzusteigen: aus jugendlicher Unruhe, zerbrochenen Lieben, frühen Todesnachrichten, Friedhöfen, Abendstädten, Gebetsnächten, unvollendeten Freundschaften und dem Schmerz jener Menschen, die nie ganz zurückkehrten.
Doch je weiter man liest, desto deutlicher wird: Hier wird nicht nur die persönliche Geschichte eines Dichters erzählt. Das Eigene weitet sich ins Menschliche. Erinnerung wird Zeugenschaft. Der Schmerz der Jugend wird zur Befragung des Daseins. Für Ramazan Faruk Güzel ist Poesie keine Verzierung des Gefühls. Sie ist eine Form innerer Verantwortung. In diesen Gedichten kann ein Text als Kind beginnen, das sich auf einem Friedhof versteckt; als Klage um einen jungen Freund; als Erinnerung an Bosnien; als Wunde des Exils; oder als nächtlicher Gang eines Menschen, der um zwei Uhr morgens, beschämt und frierend, auf ein Minarett zugeht und sich vor Gott nicht mehr ausweichen kann.
Sprache dient hier nicht dazu, Schmerz schön zu machen. Sie soll tragen, was das Herz allein nicht tragen kann. Der Titel Von Wolken getragene Verse enthält das zentrale Bild des Buches. Die Wolke ist nicht nur ein Gebilde am Himmel. Sie ist Gnade, Last, Entfernung, zurückgehaltener Regen, Unge weinte Tränen, ein Ort, an dem das Unaussprechliche bleibt, bis es als Schatten, Niesel, Erinnerung oder Gebet zurückkehrt.
Ein Gedicht einer Wolke anzuvertrauen heißt in diesem Buch: den eigenen Schmerz einem größeren Himmel übergeben. Auch die Liebesgedichte bleiben nicht beim bloßen Romantischen stehen. In "Die zwei Ufer des Bosporus" werden zwei Menschen zu gegenüberliegenden Ufern desselben Wassers, getrennt durch Fähren, Möwen, Nebel und Verspätung. In "Die Stunde des Belâ" öffnet sich die Liebe auf jenes uralte metaphysische Ja hin, das in der Sehnsucht verborgen liegt.
An anderen Stellen ist Abwesenheit nicht nur der Mangel eines geliebten Menschen, sondern der Raum, in dem das Ich seine eigene Unvollständigkeit erkennt. Besonders stark ist der elegische Strom des Buches. "Kurz gesagt: Ka" macht aus einem unvollendeten Satz, "Ich habe eine Sache", eine Trauer, die auch nach dem Tod weiterredet. "Nach einem Verlorenen" verbindet den frühen Tod eines jungen Mannes mit zwei vaterlosen Kindern und der letzten Linie eines Herzdiagramms.
In "Mein Tod", "Testament", "Wie ein Gedicht" und "Entschuldigung" ist der Tod nicht nur Ende, sondern Spiegel: Was bleibt von uns in den Herzen, die wir berührt, verletzt, vergessen oder geheilt haben?Daneben trägt das Buch eine größere geschichtliche und moralische Erinnerung. "Das Tagebuch der Alia Svetloviç" behandelt Bosnien nicht als fernes Ereignis, sondern als Wunde im Gewissen Europas und der Menschheit.
"In der Stadt" sieht die Straßenkinder nicht als Symbole, sondern als frierende Körper unter kaltem Neonlicht. "Niemand, Sohn von Niemand" gibt jenen eine Stimme, die von Akten, Staaten, Ausweisen und amtlicher Sprache kaum gesehen werden. "Nach denen, die gingen" verwandelt Exil in eine moralische Leerstelle: Wenn bestimmte Menschen fortgehen, vermindert sich auch etwas in der Welt, die zurückbleibt.
Die geistliche Dimension ist deutlich, doch sie wird nicht zur Predigt. Religiöse Sprache erscheint hier als innere Erfahrung: Scham, Rückkehr, Furcht, Erbarmen, Bitte, Hilflosigkeit. Begriffe wie Fatiha, Barmherzigkeit, Auferstehung, Elest, Belâ und Vergebung sind keine bloßen Zeichen einer Tradition. Sie sind Schwellen, an denen der Mensch seiner Zerbrechlichkeit begegnet. Das Heilige tritt weniger als Lehre auf, eher als Erschütterung... 
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