Alice Berend war die Tochter eines Fabrikanten und einer Bankierstochter, ihre jüngere Schwester war die Malerin Charlotte Berend-Corinth. Sie besuchte das Gymnasium und schrieb dann ab 1898 Beiträge für verschiedene Zeitungen. Im Jahre 1904 heiratete sie in London John Jönsson, einen schwedischen Schriftsteller. Beide wohnten zunächst in Berlin-Tiergarten, in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg in Florenz und danach in Berlin-Zehlendorf, München und Oberstdorf. In München befreundete sie sich mit Carl Schmitt und veröffentlichte angeregt von dieser Freundschaft den Roman „Der Glückspilz", der von einem weltfremden Professor und Käferforscher namens Martin Böckelmann handelt und in Form eines Schlüsselromans als Porträt Schmitts gelesen werden kann.
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Die gute alte Zeit. Bürger und Spießbürger im 19. Jahrhundert
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- Nombre de pages130
- PrésentationBroché
- Poids0.215 kg
- Dimensions17,0 cm × 22,0 cm × 0,7 cm
- ISBN979-10-419-0344-3
- EAN9791041903443
- Date de parution14/01/2023
- ÉditeurCulturea
Résumé
Der Spießbürger ist der notwendigste Bestandteil der menschlichen Gesellschaft. Sein Wohlbehagen, seine Gesunderhaltung, sein Zerstreuungsbedürfnis, seine Sehnsüchte und Träume und seine sonstigen Ansprüche an das Dasein sind es, die Wissenschaft und Kunst in Bewegung setzen, von Fortschritt zu Fortschritt treiben, von Versuch zu Versuch anspornen. Der Spießbürger ist zur Seele des Staates geworden.
Er ist zu allem nötig, selbst zum Beweis dafür, daß es Helden gibt. Er allein ist der Maßstab, an dem die Größe der Besonderen und der Ungezügelten gemessen werden kann, wenn diese Wertbemessung auch vielleicht nicht so einfach ist, wie es den Anschein haben könnte. Es stellt sich möglicherweise dabei heraus, daß jeder Mensch ein wenig Held sein muß, um das Kampfspiel Leben auszufechten, und daß sich ebenso mancher Held des Geistes wie der Waffe nur durch ein wenig sogenanntes Spießbürgertum in der Balance seiner großen Taten zu halten vermochte, daß also auch die Sphäre des Genies und der Dämonen nicht so entfernt von ihnen liegt, wie mancher glaubt.
Als einzelnes Individuum genommen, ist der Spießbürger mit seinen Eigenschaften nicht so einfach auf eine Formel zu bringen. Der Student bezeichnet ihn als verkörperte Pedanterie, beschränkte Kritikfähigkeit, platte Behaglichkeit, eingebildete Würde, lächerliche Überheblichkeit und Neugier. Später, selbst zu Amt, Würden und Vaterschaft gekommen, pflegt dieser gleiche Mensch diese gleichen Eigenschaften als Ordnung, Selbstverleugnung, Beherrschung, Pflichttreue und Wißbegier zu bezeichnen.
Der Student singt : "Wenn ich einmal der Herrgott wär'". Der zum Mann Gewordene brummt : "Wenn ich doch erst mein Vorgesetzter wär' . ". .
Er ist zu allem nötig, selbst zum Beweis dafür, daß es Helden gibt. Er allein ist der Maßstab, an dem die Größe der Besonderen und der Ungezügelten gemessen werden kann, wenn diese Wertbemessung auch vielleicht nicht so einfach ist, wie es den Anschein haben könnte. Es stellt sich möglicherweise dabei heraus, daß jeder Mensch ein wenig Held sein muß, um das Kampfspiel Leben auszufechten, und daß sich ebenso mancher Held des Geistes wie der Waffe nur durch ein wenig sogenanntes Spießbürgertum in der Balance seiner großen Taten zu halten vermochte, daß also auch die Sphäre des Genies und der Dämonen nicht so entfernt von ihnen liegt, wie mancher glaubt.
Als einzelnes Individuum genommen, ist der Spießbürger mit seinen Eigenschaften nicht so einfach auf eine Formel zu bringen. Der Student bezeichnet ihn als verkörperte Pedanterie, beschränkte Kritikfähigkeit, platte Behaglichkeit, eingebildete Würde, lächerliche Überheblichkeit und Neugier. Später, selbst zu Amt, Würden und Vaterschaft gekommen, pflegt dieser gleiche Mensch diese gleichen Eigenschaften als Ordnung, Selbstverleugnung, Beherrschung, Pflichttreue und Wißbegier zu bezeichnen.
Der Student singt : "Wenn ich einmal der Herrgott wär'". Der zum Mann Gewordene brummt : "Wenn ich doch erst mein Vorgesetzter wär' . ". .



