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Zukunft Europa. Kurzstücke
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- Nombre de pages181
- FormatePub
- ISBN978-3-96119-218-2
- EAN9783961192182
- Date de parution20/04/2020
- Protection num.pas de protection
- Taille248 Ko
- Infos supplémentairesepub
- ÉditeurFelix Bloch Erben
Résumé
"Europa: optimistische Anhäufung von Ländern, die bei der erstbesten Gelegenheit flöten ging"
Ariane Koch und Joël László erhielten vom Theater Marie in Aarau den Auftrag, Kurzstücke zum Thema "Zukunft Europa" zu schreiben. Es sind fünf Texte entstanden, in denen aus der Zukunft über unser gegenwärtiges und das kommende Europa gesprochen wird - und es sieht nicht besonders rosig aus.
In "Costa Concordia.
Mare Nostrum" sucht eine Gruppe Europäer mit dem Schiff nach einem neuen Kontinent. Europa ist zerstört. Mit an Bord ein Stier. Die Vorräte gehen langsam aus: Soll man dem Stier huldigen oder soll man ihn einfach aufessen? Und wie wird man wohl empfangen in der neuen Heimat? Gibt es überhaupt noch andere Menschen? Seicht schaukelt das Boot ins Ungewisse. In "Fiverr.com" thematisiert die Autorin das Outsourcen von Produktionsprozessen in Billiglohnländer.
Zur Veranschaulichung hat sich Koch kurzerhand Texte für ihr Stück auf einer Internet-Plattform gekauft, die Liedtexte aus Indien oder Reden aus Venezuela zum Preis von 5, 00 Dollar anbietet. Die Texte, die Ariane Koch auf diese Weise erworben hat, werfen von außen einen kritischen Blick auf die europäischen Verhältnisse. Kochs "Enzyklopädie des Verschwindens" lässt uns im Lexikon der Zukunft blättern.
Was wird es später noch geben, was uns heute so vertraut ist? Unruhig suchen wir nach altbekannten Begriffen, stoßen dabei aber lediglich auf erschreckende Wahrheiten. Joël László lässt uns in "Ich bin das Tier mit dem Fell" Platz nehmen im Friseursalon. Das Echthaar ist längst abgeschafft, aber den Besuch beim Friseur möchte man nicht missen: So werden Perücken frisiert und über die animalische Vergangenheit geplaudert, in der es noch echtes Geld gab und die Menschen noch gestorben sind.
Der Einbruch der Unendlichkeit in die Endlichkeit ist bereits geschafft. In Lászlós "Reykjavik-Pinakothek" definieren zwei Kuratoren nach der völligen Zerstörung einen neuen Kanon der Kunst. Nachdem der Isenheimer-Altar gesprengt wurde, gibt es wieder ein wenig mehr Platz. Jetzt gilt es, gründlich zu überlegen. Es ist eine Zeitreise, die wir gemeinsam mit dem Schweizer Autorenduo unternehmen.
Doch während wir uns zurücklehnen und in den einzelnen Episoden verfolgen, wie es in der Zukunft so aussehen könnte auf unserem Kontinent, wird schlagartig klar: Was man mit Abstand betrachten wollte, kommt doch erschreckend nahe, und während die beiden Autoren noch schreiben, werden sie eingeholt von den aktuellen Ereignissen, die doch erst in düsterer Zukunft liegen sollten. Die Kurzstücke verstehen sich als Sammlung, die keiner festen Reihenfolge unterliegt.
Es ist ein Stücke-Pool, aus dem frei ausgewählt und neu zusammengesetzt werden darf.
Mare Nostrum" sucht eine Gruppe Europäer mit dem Schiff nach einem neuen Kontinent. Europa ist zerstört. Mit an Bord ein Stier. Die Vorräte gehen langsam aus: Soll man dem Stier huldigen oder soll man ihn einfach aufessen? Und wie wird man wohl empfangen in der neuen Heimat? Gibt es überhaupt noch andere Menschen? Seicht schaukelt das Boot ins Ungewisse. In "Fiverr.com" thematisiert die Autorin das Outsourcen von Produktionsprozessen in Billiglohnländer.
Zur Veranschaulichung hat sich Koch kurzerhand Texte für ihr Stück auf einer Internet-Plattform gekauft, die Liedtexte aus Indien oder Reden aus Venezuela zum Preis von 5, 00 Dollar anbietet. Die Texte, die Ariane Koch auf diese Weise erworben hat, werfen von außen einen kritischen Blick auf die europäischen Verhältnisse. Kochs "Enzyklopädie des Verschwindens" lässt uns im Lexikon der Zukunft blättern.
Was wird es später noch geben, was uns heute so vertraut ist? Unruhig suchen wir nach altbekannten Begriffen, stoßen dabei aber lediglich auf erschreckende Wahrheiten. Joël László lässt uns in "Ich bin das Tier mit dem Fell" Platz nehmen im Friseursalon. Das Echthaar ist längst abgeschafft, aber den Besuch beim Friseur möchte man nicht missen: So werden Perücken frisiert und über die animalische Vergangenheit geplaudert, in der es noch echtes Geld gab und die Menschen noch gestorben sind.
Der Einbruch der Unendlichkeit in die Endlichkeit ist bereits geschafft. In Lászlós "Reykjavik-Pinakothek" definieren zwei Kuratoren nach der völligen Zerstörung einen neuen Kanon der Kunst. Nachdem der Isenheimer-Altar gesprengt wurde, gibt es wieder ein wenig mehr Platz. Jetzt gilt es, gründlich zu überlegen. Es ist eine Zeitreise, die wir gemeinsam mit dem Schweizer Autorenduo unternehmen.
Doch während wir uns zurücklehnen und in den einzelnen Episoden verfolgen, wie es in der Zukunft so aussehen könnte auf unserem Kontinent, wird schlagartig klar: Was man mit Abstand betrachten wollte, kommt doch erschreckend nahe, und während die beiden Autoren noch schreiben, werden sie eingeholt von den aktuellen Ereignissen, die doch erst in düsterer Zukunft liegen sollten. Die Kurzstücke verstehen sich als Sammlung, die keiner festen Reihenfolge unterliegt.
Es ist ein Stücke-Pool, aus dem frei ausgewählt und neu zusammengesetzt werden darf.



