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Papierschiffchen in der Wüste. Roman in Erzählungen
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- Nombre de pages144
- FormatPDF
- ISBN978-3-949558-22-1
- EAN9783949558221
- Date de parution02/08/2022
- Protection num.Digital Watermarking
- Taille686 Ko
- Infos supplémentairespdf
- ÉditeurEdition Converso
Résumé
»Als ich den Stift zur Hand nahm, sprang mich ihr Leid mächtig an. Jesidische Kelims bringen heute Millionen, aber wo sind die Jesiden?«
Mit sensibler Empathie und Sympathie widmet sich Aysegül Çelik in diesem »Roman in Erzählungen« der Unterdrückung der Jesidinnen und Jesiden: Sie schreibt von Vertreibung, Unterdrückung und Versklavung, doch eher hintergründig, beinahe beiläufig. Und sie thematisiert die Abkapselung der Gemeinschaft, man bleibt unter sich, heiratet untereinander und übt die Religion im Verborgenen aus (dies darf allerdings als Resultat der Verfolgung gelten).
In einem lesenswerten Nachwort erläutert die preisgekrönte Übersetzerin Sabine Adatepe der Leserschaft einige Hintergründe. Celiks Erzählungen haben etwas Märchenhaftes, spielen mit Elementen der jesidischen Mythologie. Und sie machen Mädchen und Frauen, jesidische wie christliche, zu ihren Protagonistinnen. Im Vordergrund steht ihre Selbstermächtigung: Es sind Frauen, die sich aus Unterdrückung und Bevormundung befreien, auf ihre je eigene Weise, wobei gerade der Poesie der Geschichten ein utopisches Potenzial innewohnt. Da ist zum Beispiel die Geschichte von Yildiz, die mit nur zwölf Jahren, in die Schwiegerfamilie gebracht, gewissermaßen um ihr Leben webt.
Als sie einem Pfau auf einem Wandteppich einen Partner beigibt, öffnet er die Augen (Melek Taus, der »Engel Pfau« steht im Zentrum der jesidischen Religion). Die strenge Moral der fremden Familie verbietet ein solches Motiv, man schneidet es aus dem Teppich. Da fliegen die Vögel auf und davon. »Und so sind ihre >Märchen< ein Plädoyer für Emanzipation, für die Befreiung von jenen, die uns ein Leben vorschreiben wollen, ein nicht aus dem Herzen heraus gelebtes >fremdes< Leben, und sie zeichnen, speziell in den beiden letzten Geschichten, eine lebenswerte Utopie.
Papierschiffchen in der Wüste ist ein hochpoetisches kleines Werk, das geeignet ist, auch Menschen anderer Kulturkreise, die >gerade durch die Wüste reiten<, einen Weg zu weisen.« Sabine Adatepe, Nachwort zu Papierschiffchen in der Wüste
In einem lesenswerten Nachwort erläutert die preisgekrönte Übersetzerin Sabine Adatepe der Leserschaft einige Hintergründe. Celiks Erzählungen haben etwas Märchenhaftes, spielen mit Elementen der jesidischen Mythologie. Und sie machen Mädchen und Frauen, jesidische wie christliche, zu ihren Protagonistinnen. Im Vordergrund steht ihre Selbstermächtigung: Es sind Frauen, die sich aus Unterdrückung und Bevormundung befreien, auf ihre je eigene Weise, wobei gerade der Poesie der Geschichten ein utopisches Potenzial innewohnt. Da ist zum Beispiel die Geschichte von Yildiz, die mit nur zwölf Jahren, in die Schwiegerfamilie gebracht, gewissermaßen um ihr Leben webt.
Als sie einem Pfau auf einem Wandteppich einen Partner beigibt, öffnet er die Augen (Melek Taus, der »Engel Pfau« steht im Zentrum der jesidischen Religion). Die strenge Moral der fremden Familie verbietet ein solches Motiv, man schneidet es aus dem Teppich. Da fliegen die Vögel auf und davon. »Und so sind ihre >Märchen< ein Plädoyer für Emanzipation, für die Befreiung von jenen, die uns ein Leben vorschreiben wollen, ein nicht aus dem Herzen heraus gelebtes >fremdes< Leben, und sie zeichnen, speziell in den beiden letzten Geschichten, eine lebenswerte Utopie.
Papierschiffchen in der Wüste ist ein hochpoetisches kleines Werk, das geeignet ist, auch Menschen anderer Kulturkreise, die >gerade durch die Wüste reiten<, einen Weg zu weisen.« Sabine Adatepe, Nachwort zu Papierschiffchen in der Wüste



