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Outside in. Zeitgeschehen in Werken der Sammlung Prinzhorn am Beispiel Rudolf Heinrichshofen
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- Nombre de pages424
- FormatPDF
- ISBN978-3-95899-315-0
- EAN9783958993150
- Date de parution16/07/2008
- Protection num.Digital Watermarking
- Taille60 Mo
- Infos supplémentairespdf
- ÉditeurVDG Weimar - Verlag und Datenb
Résumé
Nachhaltig prägt Hans Prinzhorns Modell des weltabgekehrten "Geisteskrankenbildners" das Verständnis von Outsider Art. Tatsächlich aber sind in den Arbeiten der Sammlung Prinzhorn sehr wohl kontemporäre Einflüsse zu erkennen. Im Stillstand der Dauerinternierung wird für Anstaltspatienten die Rezeption von Zeitgeschehen zur Überlebensstrategie.
Um 1919 gestaltet der psychiatrisierte Rentier Rudolf Heinrichshofen (1858-1945) eine satirische Autobiografie und bindet sie zu einem mächtigen Folianten.
Der 'modern' gestaltete Comicroman, gestützt auf Vorlagen aus dem Satireblatt Kladderadatsch, liest sich auch als politisches Manifest. Die oft verschlüsselte, mit Tages- und Weltgeschehen überblendete Vita ist in dieser Arbeit erstmals rekonstruiert. Eine Kernfrage zielt auf zeithistorische Bildthemen und die politische Absicht, mit der etwa die deutsche Revolution von 1848/49 und der "Schmachfrieden" des Ersten Weltkrieges inszeniert werden.
Heinrichshofens nationalistische und antisemitische Positionen spiegeln bürgerlich-völkisches Denken am Ende des 19. Jh. und dessen Radikalisierung nach verlorenem Weltkrieg. Im staatlichen wie gesellschaftlichen Zusammenbruch reflektiert er sein persönliches Scheitern. Ein weiterer Fragenkomplex untersucht die Form der autobiografischen Bilderzählung zwischen Karikatur/Satire, Bildgeschichte und Comic.
Spezifikum dieser Kunstgattung ist das Bedürfnis der Selbst-Vergewisserung als eines historischen wie leiblichen In-der-Welt-Seins. Durch ähnlich angelegte Arbeiten innerhalb und außerhalb psychiatrischer Institutionen, darunter Werke von Charlotte Salomon und Art Spiegelman, lässt sich Heinrichshofens Foliant in kunsthistorische Bezugsfelder verankern. Kontextualisierende monografische Bearbeitungen von Kunst aus psychiatrischen Anstalten sind ein dringendes Desiderat der Forschung zwischen "high art" und "low culture".
Die vorliegende Untersuchung wagt sich auf diesen bisher kaum beschrittenen Weg. Dem Buch beigefügt ist eine CD-Rom, die das Gesamtwerk von Rudolf Heinrichshofen enthält.
Der 'modern' gestaltete Comicroman, gestützt auf Vorlagen aus dem Satireblatt Kladderadatsch, liest sich auch als politisches Manifest. Die oft verschlüsselte, mit Tages- und Weltgeschehen überblendete Vita ist in dieser Arbeit erstmals rekonstruiert. Eine Kernfrage zielt auf zeithistorische Bildthemen und die politische Absicht, mit der etwa die deutsche Revolution von 1848/49 und der "Schmachfrieden" des Ersten Weltkrieges inszeniert werden.
Heinrichshofens nationalistische und antisemitische Positionen spiegeln bürgerlich-völkisches Denken am Ende des 19. Jh. und dessen Radikalisierung nach verlorenem Weltkrieg. Im staatlichen wie gesellschaftlichen Zusammenbruch reflektiert er sein persönliches Scheitern. Ein weiterer Fragenkomplex untersucht die Form der autobiografischen Bilderzählung zwischen Karikatur/Satire, Bildgeschichte und Comic.
Spezifikum dieser Kunstgattung ist das Bedürfnis der Selbst-Vergewisserung als eines historischen wie leiblichen In-der-Welt-Seins. Durch ähnlich angelegte Arbeiten innerhalb und außerhalb psychiatrischer Institutionen, darunter Werke von Charlotte Salomon und Art Spiegelman, lässt sich Heinrichshofens Foliant in kunsthistorische Bezugsfelder verankern. Kontextualisierende monografische Bearbeitungen von Kunst aus psychiatrischen Anstalten sind ein dringendes Desiderat der Forschung zwischen "high art" und "low culture".
Die vorliegende Untersuchung wagt sich auf diesen bisher kaum beschrittenen Weg. Dem Buch beigefügt ist eine CD-Rom, die das Gesamtwerk von Rudolf Heinrichshofen enthält.



