Marquise de Sade ist ein fin-de-siècle-Roman, der das sadische Erbe durch die Perspektive einer Frau neu choreographiert. Rachilde entfaltet ein Theater der Begierde, in dem Masken, Rollenwechsel und Inszenierungen von Macht die Handlung strukturieren. Die Prosa ist ornamental, präzis und mit Ironie durchsetzt; Motive von Grausamkeit und Anmut, Ekstase und Ennui verschlingen einander. Im Kontext des französischen Décadence-Diskurses verhandelt das Buch Geschlecht als kulturelle Praxis und stellt Moral, Autorschaft und Körper als performative Texte aus.
Rachilde, bürgerlich Marguerite Vallette-Eymery, profilierte sich in den 1880er Jahren als provokante Stimme der Décadence. Nach dem Skandal um Monsieur Vénus erklärte sie sich zum homme de lettres, frequentierte symbolistische Kreise und arbeitete am Mercure de France. Ihre Maskenspiele im Leben - Cross-Dressing, Salonkultur, literarische Polemiken - sind Schlüssel zum Verständnis dieses Romans: Er ist zugleich Experiment über weibliche Autorschaft und Gegenlektüre der sadischen Tradition unter den Vorzeichen der Moderne.
Dieses Buch empfiehlt sich allen, die die Literatur der Jahrhundertwende nicht als Kuriosum, sondern als Labor komplexer ästhetischer und politischer Fragen lesen. Wer sich für Gender, Macht, Begehren und die Poetik der Décadence interessiert, findet hier eine scharfsinnige, unheimlich schöne Provokation - ein Werk, das verstört, erhellt und in seiner formalen Eleganz lange nachhallt.
Quickie Classics fasst zeitlose Werke präzise zusammen, bewahrt die Stimme des Autors und hält die Prosa klar, schnell und gut lesbar - destilliert, niemals verwässert.
Extras der erweiterten Ausgabe: Einführung · Zusammenfassung · Historischer Kontext · Kurze Analyse · 4 Reflexionsfragen · Redaktionelle Fußnoten.
Marquise de Sade ist ein fin-de-siècle-Roman, der das sadische Erbe durch die Perspektive einer Frau neu choreographiert. Rachilde entfaltet ein Theater der Begierde, in dem Masken, Rollenwechsel und Inszenierungen von Macht die Handlung strukturieren. Die Prosa ist ornamental, präzis und mit Ironie durchsetzt; Motive von Grausamkeit und Anmut, Ekstase und Ennui verschlingen einander. Im Kontext des französischen Décadence-Diskurses verhandelt das Buch Geschlecht als kulturelle Praxis und stellt Moral, Autorschaft und Körper als performative Texte aus.
Rachilde, bürgerlich Marguerite Vallette-Eymery, profilierte sich in den 1880er Jahren als provokante Stimme der Décadence. Nach dem Skandal um Monsieur Vénus erklärte sie sich zum homme de lettres, frequentierte symbolistische Kreise und arbeitete am Mercure de France. Ihre Maskenspiele im Leben - Cross-Dressing, Salonkultur, literarische Polemiken - sind Schlüssel zum Verständnis dieses Romans: Er ist zugleich Experiment über weibliche Autorschaft und Gegenlektüre der sadischen Tradition unter den Vorzeichen der Moderne.
Dieses Buch empfiehlt sich allen, die die Literatur der Jahrhundertwende nicht als Kuriosum, sondern als Labor komplexer ästhetischer und politischer Fragen lesen. Wer sich für Gender, Macht, Begehren und die Poetik der Décadence interessiert, findet hier eine scharfsinnige, unheimlich schöne Provokation - ein Werk, das verstört, erhellt und in seiner formalen Eleganz lange nachhallt.
Quickie Classics fasst zeitlose Werke präzise zusammen, bewahrt die Stimme des Autors und hält die Prosa klar, schnell und gut lesbar - destilliert, niemals verwässert.
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