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Kunst neu begründen. Von den sieben Künsten zu den zehn Formen menschlicher Gestaltungskraft
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- Nombre de pages268
- FormatePub
- ISBN978-3-6963-2097-3
- EAN9783696320973
- Date de parution18/06/2026
- Protection num.Digital Watermarking
- Taille625 Ko
- Infos supplémentairesepub
- ÉditeurBoD - Books on Demand
Résumé
Wenn Kunst mehr sein soll als ein Betrieb, muss sie neu begründet werden. Denn vieles von dem, was heute unter ihrem Namen verhandelt wird, lebt weniger aus eigener Kraft als aus Institutionen, Märkten, Theorien und historischen Erzählungen. Museen, Galerien und Diskurse erzeugen Aufmerksamkeit und Bedeutung, beantworten aber nicht die grundlegende Frage, was Kunst ihrem Wesen nach ist. Sie verwalten, ordnen und interpretieren, doch sie begründen nicht.
Ursprünglich war Kunst kein Sonderbereich für Eingeweihte und keine Bühne permanenter Neuheitsansprüche.
Kunst meinte Können. Sie war die Fähigkeit des Menschen, etwas in Form zu bringen, das Bestand hat. Sie bezeichnete Meisterschaft, gestaltende Kraft und das Vermögen, Welt zu ordnen, Erfahrung zu verdichten und Sinn sichtbar, hörbar oder erfahrbar zu machen. Erst im Lauf der Geschichte wurde dieser weite Begriff enger. Aus Kunst als Form menschlichen Könnens wurde zunehmend ein eigener Sektor mit eigenen Regeln. Diese Verengung hat Folgen.
Der Wert eines Werkes wird oft aus Kontexten bezogen und nicht aus seiner eigenen Kraft. Namen ersetzen Wahrnehmung, Preise ersetzen Urteil, Theorien ersetzen Erfahrung. Nicht selten gilt ein Werk als bedeutend, weil es in eine Erzählung passt oder vom Betrieb anerkannt ist. Die Frage, was es ohne Erklärung vermag, tritt in den Hintergrund. Dieses Buch setzt genau hier an. Es will Kunst weder verwerfen noch ihre Geschichte geringschätzen.
Im Gegenteil. Es nimmt sie ernst genug, um nach ihren Maßstäben zu fragen. Was bleibt von einem Werk ohne Namen, ohne Epoche, ohne Theorie? Besteht es als eigenständiges Wahrnehmungsereignis? Und worin liegt seine bleibende Kraft? Doch Kritik allein genügt nicht. Deshalb führt dieses Buch über die bildende Kunst hinaus. Es fragt nach den Grundformen menschlicher Gestaltungskraft, nach Sprache, Bild, Klang, Raum, Technik, Heilung, Erkenntnis und sozialer Ordnung.
Kunst erscheint dann nicht länger als Randbereich des Lebens, sondern als Ausdruck einer tieferen Fähigkeit, der Fähigkeit des Menschen, Form hervorzubringen, wo zuvor Unordnung, Sprachlosigkeit oder bloße Gegebenheit herrschten. So ist dieses Buch der Versuch eines Neubeginns. Kunst soll als Können, als Meisterschaft und als schöpferische Gestaltungskraft neu verstanden werden. Nicht kleiner, sondern größer und dem Menschen zurückgegeben. Anthony J.
Thorne
Kunst meinte Können. Sie war die Fähigkeit des Menschen, etwas in Form zu bringen, das Bestand hat. Sie bezeichnete Meisterschaft, gestaltende Kraft und das Vermögen, Welt zu ordnen, Erfahrung zu verdichten und Sinn sichtbar, hörbar oder erfahrbar zu machen. Erst im Lauf der Geschichte wurde dieser weite Begriff enger. Aus Kunst als Form menschlichen Könnens wurde zunehmend ein eigener Sektor mit eigenen Regeln. Diese Verengung hat Folgen.
Der Wert eines Werkes wird oft aus Kontexten bezogen und nicht aus seiner eigenen Kraft. Namen ersetzen Wahrnehmung, Preise ersetzen Urteil, Theorien ersetzen Erfahrung. Nicht selten gilt ein Werk als bedeutend, weil es in eine Erzählung passt oder vom Betrieb anerkannt ist. Die Frage, was es ohne Erklärung vermag, tritt in den Hintergrund. Dieses Buch setzt genau hier an. Es will Kunst weder verwerfen noch ihre Geschichte geringschätzen.
Im Gegenteil. Es nimmt sie ernst genug, um nach ihren Maßstäben zu fragen. Was bleibt von einem Werk ohne Namen, ohne Epoche, ohne Theorie? Besteht es als eigenständiges Wahrnehmungsereignis? Und worin liegt seine bleibende Kraft? Doch Kritik allein genügt nicht. Deshalb führt dieses Buch über die bildende Kunst hinaus. Es fragt nach den Grundformen menschlicher Gestaltungskraft, nach Sprache, Bild, Klang, Raum, Technik, Heilung, Erkenntnis und sozialer Ordnung.
Kunst erscheint dann nicht länger als Randbereich des Lebens, sondern als Ausdruck einer tieferen Fähigkeit, der Fähigkeit des Menschen, Form hervorzubringen, wo zuvor Unordnung, Sprachlosigkeit oder bloße Gegebenheit herrschten. So ist dieses Buch der Versuch eines Neubeginns. Kunst soll als Können, als Meisterschaft und als schöpferische Gestaltungskraft neu verstanden werden. Nicht kleiner, sondern größer und dem Menschen zurückgegeben. Anthony J.
Thorne



