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Krisenideologie. Wahn und Wirklichkeit spätkapitalistischer Krisenverarbeitung

Par : Tomasz Konicz
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  • Nombre de pages493
  • FormatePub
  • ISBN978-3-7584-8376-9
  • EAN9783758483769
  • Date de parution05/03/2024
  • Protection num.pas de protection
  • Taille512 Ko
  • Infos supplémentairesepub
  • ÉditeurA PRECISER

Résumé

Das kapitalistische Weltsystem befindet sich in einer schweren, systemischen Krise, die eine ökonomische und ökologische Dimension aufweist. Doch anstelle eines globalen Aufbruchs, einer Suche nach Alternativen, verhärteten sich nur die bestehenden Weltanschauungen und Ressentiments. Aufkommender Nationalismus, Krisenignoranz, blanker Hass auf Minderheiten, autoritäre Tendenzen und stoisches Festhalten am Bestehenden prägen das gesellschaftliche Klima. Die offen zutage tretende Weltkrise des Kapitals führt somit nicht zur Suche nach Systemalternativen, sondern zur ideologischen Verhärtung in den Zentrumsgesellschaften des Weltsystems.
Dieser Krisenprozess soll in diesem Sammelband unter dem Begriff der Krisenideologie in all seinen Facetten erhellt werden. Tomasz Konicz beleuchtet in diesem Buch die vielschichtigen Momente der um sich greifenden Krisenideologie, die das Festhalten am erodierenden Bestehenden ermöglicht und die eine fiebrige Sündenbocksuche mit der Naturalisierung der spätkapitalistischen Gesellschaftsordnung verknüpft.
Die Bandbreite der einzelnen Beiträge reicht dabei von der Analyse des krisenbedingt zunehmenden "Extremismus der Mitte", über die Darstellung kulturindustrieller Phänomene wie des Dschungelcamps und des Zombie-Booms, bis zur Auseinandersetzung mit dem Verschwörungsdenken oder dem KI-Boom der letzten Jahre. Der Überblick über die unterschiedlichen ideologischen Reaktionen auf das Krisengeschehen macht dabei deutlich, wie diese es den Menschen ermöglichen, sich trotz Krise mit der bestehenden Gesellschaftsunordnung abzufinden.
Ideologie sei vor allem Rechtfertigung, so der Autor in Anlehnung an die Kritische Theorie. Es ist das Bemühen, etwas zu rechtfertigen, was nicht gerechtfertigt werden kann. Denn Krisenideologie tendiert letztendlich dazu, die Menschen mit dem drohenden, sich in der Weltkrise des Kapitals immer deutlicher abzeichnenden Kollaps des Zivilisationsprozesses abzufinden.