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Kants Hybris. Anmerkungen zur "Kritik der reinen Vernunft"
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- Nombre de pages272
- FormatePub
- ISBN978-3-7873-5057-5
- EAN9783787350575
- Date de parution30/01/2026
- Protection num.Digital Watermarking
- Taille481 Ko
- Infos supplémentairesepub
- ÉditeurMeiner
Résumé
Die Auseinandersetzung mit der »Kritik der reinen Vernunft« ist auch nach fast einem Vierteljahrtausend für alle zentralen Theoriestücke kontrovers geblieben. Dieser irritierende Sachverhalt bildet den Ausgangspunkt von Joachim Vahlands kritischer Studie, die - auch im Widerspruch zu Kants Selbstverständnis - in historischer wie systematischer Perspektive der Frage nachgeht, inwieweit die Ausnahmestellung der »Kritik« sachlich begründet ist.
Während Kant selbst seit der »Göttinger Rezension« für seine Transzendentalphilosophie eine realistische Grundlegung reklamiert, verläuft die in der Kritik entwickelte Theorie faktisch in entgegengesetzter Richtung - hin zu einer monadischen »Selbstgebärung« der Vernunft, »ohne durch Erfahrung geschwängert zu sein« (B 793).
Kants Kommentierungen seines Projekts haben entscheidend zu dessen disparater Rezeption beigetragen. Der seit Descartes nahezu verbindlich gewordene Ausgang vom Bewusstsein und seinen Vorstellungen erzwingt einen Wahrheitsbegriff, dessen Legitimation wesentlich auf Zustimmung, d. h. auf einem Akt der Anerkennung, beruht. Damit kommt ein letztlich nicht kontrollierbares dezisionistisches Moment ins Spiel und in der Folge eine Selbstaufhebung des Apriorismus, womit der Meinung (dóxa) der Rang einer letztverbindlichen Urteilsinstanz zuerkannt wird - angesichts gegenwärtiger Diskurslagen eine beunruhigende Konsequenz.
Kants Kommentierungen seines Projekts haben entscheidend zu dessen disparater Rezeption beigetragen. Der seit Descartes nahezu verbindlich gewordene Ausgang vom Bewusstsein und seinen Vorstellungen erzwingt einen Wahrheitsbegriff, dessen Legitimation wesentlich auf Zustimmung, d. h. auf einem Akt der Anerkennung, beruht. Damit kommt ein letztlich nicht kontrollierbares dezisionistisches Moment ins Spiel und in der Folge eine Selbstaufhebung des Apriorismus, womit der Meinung (dóxa) der Rang einer letztverbindlichen Urteilsinstanz zuerkannt wird - angesichts gegenwärtiger Diskurslagen eine beunruhigende Konsequenz.




