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Gehirn&Geist 6/2026 Neurologie trifft Psychiatrie. Die Kunst der richtigen Diagnose
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- Nombre de pages80
- FormatPDF
- ISBN978-3-69041-112-7
- EAN9783690411127
- Date de parution08/05/2026
- Protection num.Digital Watermarking
- Taille28 Mo
- Infos supplémentairespdf
- ÉditeurSpektrum der Wissenschaft
Résumé
Was macht eigentlich eine gute Diagnose aus? Im besten Fall benennt sie nicht nur Symptome, sondern trifft auch deren Ursprung. Die Geschichte der Medizin zeigt eindrücklich, wie komplex diese Aufgabe bis heute ist - denn immer wieder wurden Symptome falsch verstanden, fehlgedeutet oder in eine falsche Kategorie eingeordnet. Besonders in der mentalen Gesundheit wird deutlich, wie schwierig eindeutige Zuordnungen bleiben.
Über viele Jahrzehnte hinweg galten neurologische und psychiatrische Erkrankungen als zwei getrennte Welten - hier das Gehirn als Organ, dort die Psyche als innerer Zustand.
Doch diese Trennung ist in der medizinischen Realität weniger eindeutig als lange angenommen. Ob Hysterie im 19. Jahrhundert, frühe Fehldeutungen von Epilepsie oder die lange unterschätzte Rolle des Immunsystems bei bestimmten psychischen Symptomen: Immer wieder litten und leiden noch immer Betroffene darunter, dass ihre Beschwerden zu schnell in das eine oder andere Fach einsortiert wurden. Gleichzeitig zeigt die moderne Forschung, wie eng Körper und Psyche zusammenhängen und wie stark sie sich gegenseitig beeinflussen.
Das biopsychosoziale Krankheitsmodell, das inzwischen breite Akzeptanz findet, beschreibt diesen Zusammenhang so anschaulich wie nie zuvor: Krankheitsursachen liegen selten nur auf einer Ebene - biologische, psychologische und soziale Faktoren greifen ineinander. Sie zu trennen, macht Diagnosen oft ungenau. An dieser Schnittstelle, an der neurologische und psychiatrische Erklärungsansätze ineinandergreifen, setzen unsere beiden Titelgeschichten an. In »Ein Fall für die Psychiatrie?« verfolgen wir, wie historische Irrtümer entstanden, warum bestimmte Krankheitsbilder lange missverstanden wurden und weshalb manche dieser Muster bis heute nachwirken.
Der zweite Artikel, »Die Bibel der Psychiatrie wird neu geschrieben« , blickt nach vorn: Er zeigt, wie das DSM, eines der wichtigsten Diagnosemanuale für mentale Erkrankungen weltweit, gerade grundlegend überarbeitet wird. Und er erklärt, weshalb neue Kategorien, Biomarker und kontextbasierte Informationen die Diagnostik künftig verändern werden. Ich wünsche Ihnen eine erkenntnisreiche Lektüre - und vielleicht einen neuen Blick darauf, wie komplex und vielschichtig Diagnosen eigentlich sind.
Carolin Wagener, Spektrum der Wissenschaft.
Doch diese Trennung ist in der medizinischen Realität weniger eindeutig als lange angenommen. Ob Hysterie im 19. Jahrhundert, frühe Fehldeutungen von Epilepsie oder die lange unterschätzte Rolle des Immunsystems bei bestimmten psychischen Symptomen: Immer wieder litten und leiden noch immer Betroffene darunter, dass ihre Beschwerden zu schnell in das eine oder andere Fach einsortiert wurden. Gleichzeitig zeigt die moderne Forschung, wie eng Körper und Psyche zusammenhängen und wie stark sie sich gegenseitig beeinflussen.
Das biopsychosoziale Krankheitsmodell, das inzwischen breite Akzeptanz findet, beschreibt diesen Zusammenhang so anschaulich wie nie zuvor: Krankheitsursachen liegen selten nur auf einer Ebene - biologische, psychologische und soziale Faktoren greifen ineinander. Sie zu trennen, macht Diagnosen oft ungenau. An dieser Schnittstelle, an der neurologische und psychiatrische Erklärungsansätze ineinandergreifen, setzen unsere beiden Titelgeschichten an. In »Ein Fall für die Psychiatrie?« verfolgen wir, wie historische Irrtümer entstanden, warum bestimmte Krankheitsbilder lange missverstanden wurden und weshalb manche dieser Muster bis heute nachwirken.
Der zweite Artikel, »Die Bibel der Psychiatrie wird neu geschrieben« , blickt nach vorn: Er zeigt, wie das DSM, eines der wichtigsten Diagnosemanuale für mentale Erkrankungen weltweit, gerade grundlegend überarbeitet wird. Und er erklärt, weshalb neue Kategorien, Biomarker und kontextbasierte Informationen die Diagnostik künftig verändern werden. Ich wünsche Ihnen eine erkenntnisreiche Lektüre - und vielleicht einen neuen Blick darauf, wie komplex und vielschichtig Diagnosen eigentlich sind.
Carolin Wagener, Spektrum der Wissenschaft.



