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Gehirn&Geist 4/2025 Hype um die Seele. Wie Psychologie die Bühnen und Podcasts erobert
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- Nombre de pages80
- FormatPDF
- ISBN978-3-95892-994-4
- EAN9783958929944
- Date de parution07/03/2025
- Protection num.Digital Watermarking
- Taille9 Mo
- Infos supplémentairespdf
- ÉditeurSpektrum der Wissenschaft
Résumé
Wow, das war cool!« Begeisterung steckt ja bekanntlich oft an. Manchmal aber verstärkt fremder Überschwang eher das eigene Stirnrunzeln. So ging es mir, als ich mich mit zwei anderen Besuchern im Foyer des Kurhauses Baden-Baden unterhielt, wo an diesem Tag der Psychologe Leon Windscheid mit seinem Programm »Alles Perfekt« gastiert hatte. Zu meiner Überraschung lobten die beiden besonders, wie viel Forschung in der Show steckte.
In diesem Moment kam ich mir ein bisschen wie ein Insektenforscher vor, der durch seine Lupe skeptisch beäugt, was Laien an »Psychologie live« attraktiv finden. Meine Recherchen führten mich zu dem Schluss: Es ist vor allem der Wunsch, etwas über sich und seine Mitmenschen zu lernen. Denn das löst etwas in uns aus, was wir heute vielleicht dringender denn je brauchen: das gute Gefühl, Bescheid zu wissen.
In den letzten Jahren hat sich Psychotainment als Genre etabliert, das Informationen, Lebenshilfe und Unterhaltung quer durch alle Medien verbindet. Persönlich gefärbte Bücher über »innere Kinder« und authentische Gefühle erklimmen die Bestsellerlisten; Onlinekurse und andere Hilfestellungen boomen im Netz, und zahllose TV-, Podcast- und Bühnenformate stillen den Durst nach psychologischem Knowhow.
Nicht immer ist das, was hier verbreitet wird, differenziert und verlässlich, aber meistens erfolgreich. So sehr, dass ein lukrativer Geschäftszweig daraus entstand. Leon Windscheid macht auch im Interview in dieser Ausgabe aus seiner Begeisterung für die Psychologie - »seiner Wissenschaft« , wie er sagt - keinen Hehl. Auf der Bühne kombiniert er Studienhäppchen, Selbsttests und wissenschaftliche Konzepte zu einer amüsanten Tour durch die Psychologie unseres Selbstbilds.
Die Liste der Tourdaten zeugt davon, wie viele Menschen das anspricht. Das aktuelle Titelthema war für mich als Redakteur ein Experiment. Denn es führte von den Höhen der akademischen Wissenschaft hinab in die Niederungen der Bühnen und Influencer-Kanäle. Auch wenn es weder möglich noch mein Ziel war, eine ganze Branche und den dahinterstehenden gesellschaftlichen Trend zu bewerten, habe ich versucht, den Motiven, dem Mehrwert sowie möglichen Gefahren des Hangs zum Psychologisieren nachzuspüren.
Ob es gelungen ist, mögen Sie, liebe Leserinnen und Leser, beurteilen. Für mich steht fest: Wissen tut gut. Dazu gehört auch anzuerkennen, dass des einen Wissen des anderen schöner Schein sein kann. Eine anregende Lektüre wünscht Ihre Steve Ayan, Redaktion Spektrum der Wissenschaft.
In diesem Moment kam ich mir ein bisschen wie ein Insektenforscher vor, der durch seine Lupe skeptisch beäugt, was Laien an »Psychologie live« attraktiv finden. Meine Recherchen führten mich zu dem Schluss: Es ist vor allem der Wunsch, etwas über sich und seine Mitmenschen zu lernen. Denn das löst etwas in uns aus, was wir heute vielleicht dringender denn je brauchen: das gute Gefühl, Bescheid zu wissen.
In den letzten Jahren hat sich Psychotainment als Genre etabliert, das Informationen, Lebenshilfe und Unterhaltung quer durch alle Medien verbindet. Persönlich gefärbte Bücher über »innere Kinder« und authentische Gefühle erklimmen die Bestsellerlisten; Onlinekurse und andere Hilfestellungen boomen im Netz, und zahllose TV-, Podcast- und Bühnenformate stillen den Durst nach psychologischem Knowhow.
Nicht immer ist das, was hier verbreitet wird, differenziert und verlässlich, aber meistens erfolgreich. So sehr, dass ein lukrativer Geschäftszweig daraus entstand. Leon Windscheid macht auch im Interview in dieser Ausgabe aus seiner Begeisterung für die Psychologie - »seiner Wissenschaft« , wie er sagt - keinen Hehl. Auf der Bühne kombiniert er Studienhäppchen, Selbsttests und wissenschaftliche Konzepte zu einer amüsanten Tour durch die Psychologie unseres Selbstbilds.
Die Liste der Tourdaten zeugt davon, wie viele Menschen das anspricht. Das aktuelle Titelthema war für mich als Redakteur ein Experiment. Denn es führte von den Höhen der akademischen Wissenschaft hinab in die Niederungen der Bühnen und Influencer-Kanäle. Auch wenn es weder möglich noch mein Ziel war, eine ganze Branche und den dahinterstehenden gesellschaftlichen Trend zu bewerten, habe ich versucht, den Motiven, dem Mehrwert sowie möglichen Gefahren des Hangs zum Psychologisieren nachzuspüren.
Ob es gelungen ist, mögen Sie, liebe Leserinnen und Leser, beurteilen. Für mich steht fest: Wissen tut gut. Dazu gehört auch anzuerkennen, dass des einen Wissen des anderen schöner Schein sein kann. Eine anregende Lektüre wünscht Ihre Steve Ayan, Redaktion Spektrum der Wissenschaft.



