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Das Liminale Victor Turners. Versuch einer kritischen Rejustierung eines Begriffs

Par : Andreas Kraft
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  • Nombre de pages196
  • FormatePub
  • ISBN978-3-6957-6324-5
  • EAN9783695763245
  • Date de parution27/04/2026
  • Protection num.Digital Watermarking
  • Taille278 Ko
  • Infos supplémentairesepub
  • ÉditeurBoD - Books on Demand

Résumé

Die vorliegende Studie versucht den Begriff des Liminalen bei Victor Turner neu zu lesen. Das Liminale ist für ihn in tribalen Riten ein Bereich, in dem sich die Begegnung mit einer absoluten Kontingenz kontrolliert vollziehen kann. Hier wird eine Kreativität möglich, durch die gesellschaftliche Strukturen hinterfragbar werden. Zugleich ist es aber auch eine Sphäre, in der Individuen durch psychosoziale Transformationsprozesse ihre sozialen Rollen wechseln können.
Von der Wissenschaft wird oft ignoriert, dass Turners Beschreibung liminaler Phänomene von seiner existentiell-religiösen Sicht maßgeblich beeinflusst wurde. Dies führt in seinem Denken zu einer Idealisierung des Liminalen, die es notwendig macht, zentrale Schlüsselbegriffe neu zu lesen und begrifflich zu 'rejustieren': so werden auch 'Schattenseiten' liminaler Phänomene besser analytisch erfassbar.
Auch zeigt sich, dass es bei der Übertragung des Liminalitätskonzepts auf komplexere Gesellschaften nötig ist, die Begrifflichkeit zu erweitern, was eine angemessenere Trennschärfe in der Beschreibung verschiedenster liminaler Phänomene ermöglicht.